Warum Fußgängerüberwege besonders beleuchtet werden
An einem Fußgängerüberweg muss ein Autofahrer eine Person rechtzeitig erkennen können. Dafür reicht eine helle Fahrbahn allein nicht aus: Die Person selbst muss von der Seite angestrahlt werden, damit sie sich vom Hintergrund abhebt. Die DIN 67523 legt deshalb Anforderungen an die vertikale Beleuchtungsstärke im Bereich des Überwegs fest, ergänzend zur allgemeinen Straßenbeleuchtung nach DIN EN 13201.
Welche Normen und Regelwerke gelten
| Regelwerk | Inhalt |
|---|---|
| DIN 13201-1:2021-09 | Auswahl der Beleuchtungsklassen (deutsches Anwendungsdokument) |
| DIN EN 13201-2:2016 | Gütemerkmale und Beleuchtungsklassen der Straßenbeleuchtung |
| DIN EN 13201-3:2016 | Berechnung der Gütemerkmale |
| DIN EN 13201-4:2016 | Messverfahren für die Gütemerkmale |
| DIN 67523-1/-2:2010-06 | Beleuchtung von Fußgängerüberwegen mit Kraftfahrzeugverkehr |
| R-FGÜ 2001 | Richtlinien für Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen |
| EFA 2002 (FGSV) | Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen |
Maßgeblich ist jeweils die aktuell gültige Ausgabe. Wir prüfen den Normenstand zu Beginn jedes Auftrags.
So läuft die Prüfung ab
- Abstimmung: Auftaktgespräch, Festlegung der Standorte und Koordination der Nachttermine.
- Unterlagen: Auswertung von Lageplänen, vorhandenen Beleuchtungsplänen und Leuchtendaten.
- Bestandsaufnahme: Leuchtenstandorte, Mastabstände, Lichtpunkthöhen, Leuchtentyp und Fotodokumentation je Überweg.
- Nachtmessung: Horizontale Beleuchtungsstärke auf der Fahrbahn und vertikale Beleuchtungsstärke in 1,0 m Höhe aus Sicht der Fahrzeuge. Messraster nach DIN EN 13201-4, Messung mit kalibriertem Luxmeter.
- Bewertung: Mittelwerte und Gleichmäßigkeit, Vergleich mit den Anforderungen und Einstufung: normgerecht, eingeschränkt normgerecht oder nicht normgerecht.
- Simulation (optional): Nachrechnung mit DIALux evo oder Relux und Vergleich von Varianten, etwa neue Leuchte, geänderte Lichtverteilung oder zusätzlicher Mast.
- Bericht: Ergebnisse je Standort, Fotos, Empfehlungen und Priorisierung als PDF und editierbare DOCX-Datei.
Worauf wir bei der Nachtmessung achten
- Fremdlicht aus Schaufenstern, Werbeanlagen und Fahrzeugen erfassen und aus den Messwerten herausrechnen oder ausschließen
- Betriebszustand dokumentieren: Dimmstufe, Ausfälle, Verschmutzung und Alter der Leuchten
- Vertikale Werte in 1,0 m Höhe, Messkopf jeweils zur ankommenden Fahrtrichtung ausgerichtet
- Luxmeter mit gültigem Kalibrierschein, Messraster und Messpunkte im Bericht nachvollziehbar dargestellt
- Bewertung als Wartungswert: Weil Normen Wartungswerte nennen, ordnen wir die Messwerte unter Berücksichtigung von Alter und Zustand der Anlage ein
Was Sie als Auftraggeber beitragen
Messungen auf der Fahrbahn erfordern eine Verkehrssicherung nach RSA. Beauftragung, Kosten und Anmeldung der Arbeitsstelle liegen beim Auftraggeber; wir stimmen die Messzeiten eng mit der Absicherung ab. Nicht enthalten sind außerdem Mastkataster und GPS-Einmessung, die Prüfung der elektrischen Anlage sowie Bauleitung.
Häufige Fragen
Warum muss nachts gemessen werden?
Nur bei Dunkelheit und eingeschalteter Anlage lässt sich die tatsächliche Wirkung der Beleuchtung ohne Störlicht erfassen.
Wie viele Überwege sind sinnvoll pro Auftrag?
Von einem einzelnen Überweg bis zum gesamten Stadtgebiet ist alles möglich. Bei mehreren Standorten sinken die Kosten je Überweg, weil Organisation und Bericht gebündelt werden.
Was passiert, wenn ein Überweg nicht normgerecht ist?
Sie erhalten eine Empfehlung mit der wirtschaftlichsten Maßnahme. Auf Wunsch simulieren wir Varianten und begleiten die Umsetzung.
Autor: Paul Rostand Ndjeundoun, M.Sc. (Hons), Geprüfter Lichtexperte (LiTG) · Stand: November 2026